Neue gesetzliche Fristen für Entscheidungen der Pflege- und Krankenkasse

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Im Rahmen des Pflege-Neuausrichtungs-Gesetzes (Infos siehe hier) wurden neue gesetzliche Fristen für die Antragsbearbeitung gesetzt. Innerhalb dieser klar festgelegten Fristen müssen Pflege- und Krankenkassen Entscheidungen über die Gutachterauswahl, Pflegeleistungen oder Sachleistungen fällen. Tun sie dies nicht, werden Gelder fällig oder gilt der Antrag als bewilligt.

Damit ergeben sich folgende konkrete Handlungsrichtlinien:

  • Pflegeleistungen müssen innerhalb von fünf Wochen bewilligt oder abgelehnt werden.
  • Die Pflegekasse muss ab 2013 innerhalb von zwei Wochen, nachdem ein Antrag eingegangen ist, einen Beratungstermin beim zu Pflegenden anbieten.
  • Geht ein Antrag auf Sachleistungen ein, muss die Kasse innerhalb von drei Wochen entscheiden.

Entscheidet eine Pflegekasse nicht fristgerecht über mögliche und notwendige Leistungen, muss sie dem Antragsteller ab dem ersten Tag der Überschreitung zehn Euro als erste Versorgungsleistung bezahlen.

  • Krankenkassen müssen innerhalb von fünf Wochen einen Kostenerstattungsantrag für eine private Psychotherapie beantworten. Ansonsten gilt der Antrag als bewilligt.
Den Gesetzestext des Pflege-Neuausrichtungs-Gesetz finden Sie hier.

2 Kommentare

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Achtung!

Der Patientenbeauftragte Zöller berichtet von den ersten negativen "Nebenwirkungen" des neuen Gesetzes: U.a. lehnen laut Zöller einige Krankenkassen beantragte Leistungen jetzt erst einmal grundsätzlich ab, um die neuen Fristen von drei bis fünf Wochen einzuhalten.

Schade, dass es im Gesundheitssystem so laufen muss...

Den Kranken und Pflegebedürftigen ist damit sicherlich nicht geholfen! Parallel wird der bürokratische Aufwand bei den Ärzten und Krankenhäusern bzw. Pflegeheimen noch höher (Atteste, Widerspruch etc.).

Quelle: www.aerztezeitung.de

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Nach den letzten Nachrichten in allen deutschlandweiten Medien inkl. Tagesschau sollte es nun auch jedem bekannt sein:

Immer mehr Leistungen werden von den Gesetzlichen Krankenkassen (MDK) erst einmal abgelehnt.

Betroffen sind davon u.a. Krankschreibungen, die durch den MDK ohne Absprache mit dem behandelnden Arzt beendet werden. Zudem werden weiterhin in einem recht hohen Prozentsatz die Kosten für Reha-Aufenthalte oder Hilfsmittel im ersten Schritt nicht übernommen. Helfen kann Ihnen hier nur der Widerspruch.

Quellen finden Sie u.a. hier:
manager magazin: Sparkurs - Krankenkassen verwehren Leistungen hunderttausendfach.