Was muss ich bei der Auswahl einer privaten Pflegeversicherung beachten?

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Seit diesem Jahr gibt es den "Pflege-Bahr" (siehe auch folgende Artikel: "Wann erhalte ich den staatlichen Zuschuss für meine private Pflegeversicherung?", "Wer beantragt den staatlichen Zuschuss für meine Pflegeversicherung?" und "Das Pflege-Neuausrichtungs-Gesetz: Die kleine Pflegereform..."). Im ersten Quartal haben sich die privaten Versicherer jedoch mit angemessenen Angeboten noch zurückgehalten. Inzwischen hält endlich fast jedes Versicherungsunternehmen den neuen und für jedermann zugänglichen staatlich geförderten Pflegetarif bereit.

Teilweise sind die Leistungen in einem Pflegefall jedoch sehr unterschiedlich strukturiert. Daher lohnt es sich, bei der Wahl der neuen Pflegeversicherung vorab einige Fragen zu stellen:

a) Welchen Anteil des maximalen Pflegetagegeldes bekomme ich, wenn ich nicht in der höchsten Pflegestufe (also Pflegestufe III) eingestuft bin?

b) Wie hoch sind die Leistungen in Pflegestufe 0 (also Demenz ohne körperliche Pflegebedürftigkeit)?
c) Unterscheidet die Pflegeversicherung bei ihren Leistungen nach häuslicher oder teil- bzw. vollstationärer Pflege?
d) Wie lange sind die Wartezeiten nach Abschluss der Pflegeversicherung?
e) Wie hoch ist die Wahrscheinlichkeit, dass ich noch vor der Wartezeit pflegebedürftig bin?
f) Muss ich den Beitrag weiterzahlen, wenn ich pflegebedürftig bin und Leistungen aus der privaten Pflegeversicherung erhalte? Oder wird die Beitragszahlung in dieser Zeit ausgesetzt?
g) Muss sich der Versicherer auch später an die Pflegestufen der gesetzlichen Pflegeversicherung halten?

Quelle: Apotheken Umschau 04/13





3 Kommentare

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Hi,

Ich (Schwerbehindert 50 % und EM-Rente aufgrund einiger Krankheiten) habe den Pflege-Bahr beantragt bzw. habe meinen Versicherungsberater gefragt, welche Versicherung er mir denn empfehlen würde.

Vor zwei Monaten hat er mir die Unterlagen einer Versicherung zugeschickt...

und da gab es zwei Tarife: Pflege-Bahr und PflegeBahrPlus. Bei PflegeBahr musste man wirklich keinerlei Gesundheitsfragen beantworten, bei dem etwas ausgeweiteten Tarif (PflegeBahrPlus) gab es dann doch etliche Fragen zum Gesundheitszustand. Diese Fragen sollten alle wahrheitsgerecht - und am besten auch nach Beratung mit Ihrem Hausarzt - beantwortet werden. Denn vergessen Sie hier einige Details, kann die Versicherung im Ernstfall wie sonst auch den Vertrag anfechten. Eine Risikoprüfung wird von der Versicherung auf Basis der Angaben zu Ihrer Gesundheit durchgeführt.

Ich habe die Fragen eher aus Versehen beantwortet (dachte, dass man die grundsätzlich beantworten muss). Nach der Prüfung war die Versicherung jedoch trotzdem bereit, mir den ausgeweiteten Tarif (PflegeBahrPlus) anzubieten. Das Angebot habe ich angenommen und bin doch erleichtert, auch auf dem Gebiet privat noch einmal vorsorgen zu können. Inwieweit die Pflegeversicherungen in der Zukunft für alle wirklich ausreichend sind, kann eh niemand beantworten...

Langer Text, kurzer Sinn: Bin zufrieden mit dem Angebot und den Leistungen! Und hoffe natürlich trotzdem, dass ich in meinem Leben all die Pflege-Angebote nicht zu lange in Anspruch nehmen muss.

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Ach ja, in Bezug auf die Leistungen und Vergleiche fand ich folgende Website ganz gut:

www.pflegeversicherung.net.

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Noch ein Tipp:

Achten Sie bei Ihrer Pflege-Zusatzversicherung darauf, dass eine dynamische Aufstockung vorgesehen ist, sodass die spätere Leistung auch mit der Inflation Schritt hält.