Aufforderung zur Steuererklärung muss für Rentner kein Schock sein!

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Seit einigen Jahren werden hunderttausende Rentner von ihrem Finanzamt nachträglich aufgefordert, eine Steuererklärung abzugeben. Denn teilweise haben diese seit Eintritt ins Rentenalter nie  mehr eine Steuererklärung erstellt. Der Nachholbedarf ist damit riesig. Und so kommt es vor, dass die Aufforderung oft für die rückwirkenden sechs Jahre gilt.

Dies ist sicherlich erst einmal ein Riesenschock für viele Pensionäre und Rentner. Die Angst vor den komplizierten Formularen und hohen Nachzahlungen ist so groß, dass der Brief vom Finanzamt erst einmal ignoriert wird. Aber Panik muss nicht sein. Selbst wenn Ihr Einkommen im Alter über dem Existenzminimum liegt, ist es gut möglich, dass keine Nachzahlungen erforderlich sind. Lassen Sie sich am besten beraten - z.B. vom Finanzamt selbst oder anderen Stellen. Machen Sie sich kundig.

Unterstützung und hilfreiche Informationen finden Sie u.a. in einschlägigen Ratgebern wie
Stiftung Warentest: Steuererklärung für Rentner und Pensionäre 2012/2013.



 

3 Kommentare

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Hi,

guter Tipp!

Wichtig ist vor allem, eine Aufforderung des Finanzamts nicht auf die lange Bank zu schieben (scheint öfter vorzukommen als man denkt).

Denn wenn nicht reagiert wird, schätzt das Finanzamz die Steuerschulden - was meistens eher zu Ungunsten der betreffenden Personen ausgeht. Darüberhinaus kann das Finanzamt auch Zinsen verlangen, wenn die Steuerschuld zu spät bezahlt wird.

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Hi,

ich habe mal beim Steuerberater nachgefragt, weil mein Mann und ich uns auch Gedanken um unsere älteren Verwandten machen.

Fakt ist, dass:

a) zuerst eine Aufforderung vom Finanzamt kommt
b) wenn auf diese nicht reagiert wird, wird vom Finanzamt eine Schätzung vorgenommen. Diesen Betrag gilt es dann zu zahlen. Mein Steuerberater geht davon aus, dass die Schätzungen in der Regel eher höher liegen als die eigentlichen Rückzahlungen. Denn viele Rentner haben ja aufgrund von Gesundheitsproblemen, Pflege Angehöriger, Schwerbehinderung etc. genügend Kosten zu tragen, die sie in der Steuererklärung geltend machen können.

Mein Steuerberater rät, erst einmal eine Probe-Steuererklärung für das letzte Jahr anzufertigen und dann mal zu sehen, was das Finanzamt sagt. Viele Renten sind seiner Meinung nach so niedrig, dass garnichts bezahlt werden muss.

Ich habe mir zumindest vorgenommen, unsere älteren Verwandten beim nächsten Treffen nochmals anzusprechen und ihnen ein wenig die Angst zu nehmen, dass sie Tausende von Euro nachbezahlen müssen.

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Ach ja, noch etwas Interessantes.

Wenn die betreffenden Rentner/Personen irgendwann versterben sollten ohne ihre Steuererklärungen gemacht zu haben, dann geht die Pflicht, die Steuererklärungen im Nachhinein anzufertigen, auf die Erben über.

Sollten die Erben wider besseren Wissens dies nicht tun, machen sie sich straffällig!

M.E. sollten selbst die eigennützigsten Personen dies als Grund sehen, ihre älteren bereits berenteten Verwandten bei deren Steuererklärungen zu unterstützen.