Muss ich es bei einer Bewerbung oder einem Einstellungsgespräch angeben, wenn ich schwerbehindert bin?

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Nein, rechtlich sind Sie dazu nicht verpflichtet. Bedenken Sie jedoch, dass Sie - wenn es zu einem Arbeitsverhältnis kommen sollte - bei einer nachträglichen Angabe des Schwerbehindertengrades Probleme mit Ihrem Arbeitgeber bekommen könnten. Dieser könnte sich verraten bzw. angelogen fühlen und damit argumentieren, dass das Vertrauensverhältnis beschädigt sei.

Jedoch kann der Arbeitgeber Sie deswegen offiziell nicht kündigen. Behauptet Ihr Arbeitgeber bei der Kündigung, die Frage nach der Schwerbehinderung sei  für den Abschluss des Arbeitsvertrags wichtig gewesen, dann setzt er sich des Vorwurfs der Diskriminierung aus. Verneint er aber die Relevanz der Frage nach der Schwerbehinderung (und damit auch die falsche Antwort) für den späteren Abschluss des Arbeitsvertrages, dann hat er rechtlich auch kein Recht, den Arbeitsvertrag aufgrund von Unwirksamkeit anzufechten und Ihnen deswegen zu kündigen.

Sie müssen jedoch trotzdem damit rechnen, dass viele Arbeitgeber sich im Nachhinein betrogen fühlen. Daher ist es gut möglich, dass ein Arbeitsverhältnis durch einen solchen Vorfall getrübt ist und es zu Schwierigkeiten kommen kann. Sicherlich gibt es auch die einen oder anderen Arbeitgeber, die dann versuchen,
einen Arbeitnehmer auf andere Art und Weise loszuwerden.