Menschen ohne Krankenversicherungsschutz in Deutschland

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Trotz eines umfassenden Sozialsystems und der gesetzlich geregelten Krankenversicherungspflicht (s.a: Krankenversicherungspflicht in Deutschland) gehen Gesundheitsforscher davon aus, dass aktuell immer noch Hunderttausende von Menschen ohne Krankenversicherung in Deutschland leben (offiziell wird von 137 000 gesprochen).

Darunter fallen unter anderem:
  1. Selbständige, die keine Beiträge bezahlen können
  2. Studenten, die nicht mehr über die Eltern mitversichert sind und sich aktuell die Beiträge nicht leisten können
  3. Auslandsrückkehrer, die es bisher noch nicht geschafft haben, wieder in eine Krankenkasse oder -versicherung zu wechseln
  4. EU-Bürger, die (noch) nicht nachweisen können, dass sie in ihrer alten Heimat versichert waren
  5. Ausländer ohne Bleiberecht in Deutschland

Für einige von ihnen könnte das neue Gesetz zur Beseitigung sozialer Überforderung bei Beitragsschulden in der Krankenversicherung eine Hilfe sein (Gruppe 1 - 3).

Unsere Mitbewohner aus anderen EU-Staaten oder gar Ausländer ohne Bleiberecht dürften jedoch weiterhin ohne Versicherungsschutz in Deutschland leben müssen, bis die Politik (hoffentlich auch hier?) eine Lösung bieten wird.

Solange werden die Nichtversicherten nur in Krankenhäusern behandelt, wenn sie entbinden, an akuten starken Schmerzen leiden oder sich in akuter Lebensgefahr befinden. So haben z.B. chronisch Kranke mit Krankheiten wie Diabetes, HIV oder Krebs keinerlei Recht auf ärztliche Behandlung.

Einziger Lichtblick: Ehrenamtliche (bereits pensionierte) Ärzte behandeln daher kostenlos und unterstützen vor Ort. Anlaufstellen finden Sie u.a. bei: www.malteser-migranten-medizin.de). Danke!! 


Weitere Informationen und Quellen:
Der Spiegel 31/2013: Ärzte der Schattenwirtschaft
Apotheken-Rundschau: Leben ohne Krankenversicherung: Eine Betroffene berichtet
Spiegel online: Gratisärzte - Notaufnahme für die Mittelschicht