Brustkrebs-Diagnostik: Gentests als Privileg?

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Zurzeit wird über die Einschränkung der Diagnose-Möglichkeiten bei Brustkrebs in der Gesetzlichen Krankenversicherung diskutiert: Denn ab 1. Oktober haben die behandelnden Ärzte weniger Möglichkeiten, Gentests im Rahmen der Brustkrebs-Diagnose zu Lasten der gesetzlichen Krankenkassen zu verordnen.

Davon wären laut Vertretern des Bundesverbands Deutscher Pathologen bis zu 24 000 Brustkrebspatientinnen im Jahr betroffen (jedes Jahr wird bei ungefähr 74 000 Frauen ein Brustkrebs neu diagnostiziert). Die geplanten Änderungen führten dazu, dass privat versicherte Patientinnen eine moderne Diagnostik erhielten, gesetzlich Versicherte müssten sich auf die  Chemotherapie verlassen - auch wenn inzwischen nachgewiesen wurde, dass mit den Gentests nicht nur Leben gerettet, sondern auch nachweislich Geld gespart werden könne.

In den vergangenen beiden Jahren sorgten die bisher unklaren Regelungen dafür, dass die Gentests zeitweilig in einigen Bundesländern bezahlt wurden, in anderen nicht. Die Gesetzlichen Krankenkassen entschieden über Gentests in der Regel in Einzelfallentscheidungen. Daher wehren sich die Gesetzlichen Krankenkassen nun auch gegen der Vorwurf, sie würden Leistungen kürzen. Gentests seien noch nie Bestandteil des Leistungskatalogs gewesen. Voraussetzung für eine Aufnahme in diesen seien valide Studien. Diese lägen jedoch bislang nicht vor.

Wie es weitergeht?
Aktuell gibt es laut www.aerztezeitung.de verschiedene Arztgruppen und Journalisten, die sich direkt bei Bundesgesundheitsminister Bahr für die Erstattung der Gentests bei der Gesetzlichen Krankenversicherung einsetzen.
Ob und wann wie entschieden wird, steht jedoch nicht in den Sternen.

Daher mein Tipp:
Sprechen Sie im Einzelfall bei Ihrer Krankenkasse vor - und stellen Sie gemeinsam mit Ihren behandelnden Ärzten einen Antrag auf Kostenerstattung für einen Gentest.

Weitere Informationen zu den aktuell geplanten Einschränkungen und Hintergründen finden Sie hier

Quelle: www.aerztezeitung.de