Familienpflegezeit

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Seit dem 13.12.2011 können Angestellte bei Bedarf eine Familienpflegezeit vereinbaren. Mit dieser können sie für höchstens zwei Jahre einen Familienangehörigen pflegen und die eigene Arbeitszeit auf bis zu 15 Wochenstunden reduzieren, was selbstverständlich auch zu einer Reduzierung des Gehalts führt.

Im Rahmen des Familienpflegeges wird die Hälfte des Gehaltsausfalls jedoch vom Staat übernommen; dieser vergibt sozusagen ein unverzinstes und steuerfreies Darlehen. Nachdem die Pflegezeit zu Ende ist, zahlt der Arbeitgeber den Kredit zurück. Das Gehalt bleibt auf demselben Niveau wie zuvor.

Beispiel:
In der Familie Schmidt gibt es einen Pflegefall. Frau Schmidt will sich um ihre Mutter kümmern und nimmt dafür die Familienpflegezeit für ein Jahr in Anspruch. Während der Pflegezeit erhält sie 80 Prozent ihres Gehalts, obwohl sie nur noch 60 Prozent arbeitet. Nach dem Jahr Pflegezeit arbeitet sie wieder Vollzeit, erhält jedoch wiederum nur 80 Prozent.


Ziel der Familienpflegezeit ist damit, das Gehalt über einen längeren Zeitraum konstant zu halten, so dass Arbeitnehmer die  Pflege mit einer gewissen finanziellen Sicherheit durchführen können. Gleichzeitig sind Berufstätige auch während der Pflegezeit weiterhin erwerbstätig und sozialversichert. Zudem stehen sie unter einem besonderen Kündigungsschutz. Rentenansprüche bleiben selbstverständlich bestehen. 

Ein Wermutstropfen bleibt:
Es gibt leider keinen Rechtsanspruch auf die Familienpflegezeit!  Wenn Sie diese in Anspruch nehmen wollen, benötigen Sie eine schriftliche Zustimmung bzw. Vereinbarung von Ihrem Arbeitgeber.

Weitere Informationen und Quelle:
www.familien-pflege-zeit.de/, eine ältere Ausgabe der FREUNDIN (Finanzexperte Michael Braun in GELD-TIPP)