Un-Zustände in Pflegeheimen: Eine Doktorarbeit macht Grad der Missstände deutlich!

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Die Redaktion der Brigitte stellt in ihrem Heft 3/2014 eine mutige Frau vor: Susanne Moritz beweist durch ihre Doktorarbeit, dass zurzeit in den deutschen Pflegeheimen nicht nur vereinzelt, sondern umfassend Menschenrechte verletzt werden.

Das Fazit ihrer Forschung ist hart:
Der Staat weiß um die entsetzlichen Missstände. Die Verantwortlichen in Politik und Behörden kennen die chronische Unterfinanzierung der Pflegeversicherung. Und sie lassen unzureichende Kontrollen bzw. den Pflegenotstand in den Pflegeheimen zu. Damit belegt Susanne Moritz, dass der Staat seine Schutzpflicht gegenüber den Pflegebedürftigen nicht erfüllt - und infolgedessen gegen die Grundrechte verstößt. Es besteht akuter Handlungsbedarf, was vielen bewusst ist. Der wissenschaftliche Beleg liegt nun vor. 

Klagen kann jeder (potenziell) Pflegebedürftige:
Susanne Moritz ist sich ihrer Verantwortung bewusst und gibt Anlass zur Hoffnung: Aktuell arbeite sie an einer Verfassungsbeschwerde gegen die Missstände in den deutschen Pflegeheimen vor. Auch macht sie (künftigen) Pflegebedürftigen Mut, den Klageweg einzuschlagen und von einer Verfassungsbeschwerde Gebrauch zu machen. Die Gerichtswege stünden offen. Wichtig ist, das diese vor dem Verfassungsgericht Bestand hat. Denn im Falle eines Grundsatzurteils müsste das gesamte Pflegesystem neu geordnet werden - was mehr als notwendig erscheint.

Drücken wir Susanne Moritz sowie allen Klagenden die Daumen!

Der Sozialblog unterstützt hier übrigens gern durch Berichterstattung und weiterführende Informationen!

Quelle:
Brigitte 3/2014 vom 15.01.2014

Weitere Informationen zur Forschungsarbeit von Susanne Moritz finden Sie u.a. hier:
Nomos aktuell: 18. Wissenschaftspreis der GRPG für Dr. Susanne Moritz
Mittelbayerische Zeitung: Pflegenotstand verletzt die Menschenwürde
BR: Deutsches Pflegesystem verletzt Grundrechte