Achtung bei längerer Krankschreibung zum Ende des Arbeitsverhältnisses

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Das Bundessozialgericht (BSG) in Kassel hat am 04.03.2014 in einem Urteil (Az.: B 1 KR 17/13 R) entschieden, dass bei einem auslaufenden Arbeitsverhältnis Folge- und Erstbescheinigung der Arbeitsunfähigkeit (auch AU-Bescheinigung genannt) nahtlos aufeinander folgen müssen. Eine direkte Folge der Bescheinigungen reicht damit nicht aus.

D.h. wenn der Patient erst am Tag nach Ablauf seiner Krankschreibung die Folgebescheinigung von seinem Arzt ausstellen lässt, gilt er als arbeitslos und hat damit keinen Anspruch mehr auf das - mit dem bisherigen Arbeitsverhältnis verknüpfte - Krankengeld von der Krankenkasse.

Damit müssen in solchen Fällen sowohl der behandelnde Arzt als auch der erkrankte Patienten noch genauer darauf achten, dass jede Folgebescheinigung noch vor Ablauf der vorausgehenden Arbeitsunfähigkeitsbescheinigung ausgestellt wird. Denn

Fallen gibt es genügend:

a) Eine Folgebescheinigung vom nächsten Tag reicht bei einem auslaufenden Arbeitsverhältnis auch dann nicht aus, wenn die Erstbescheinigung an einem Sonntag endet. Tipp: Folgebescheinigung vorher ausstellen lassen.

b) Auch trotz des Urlaubs oder einer Erkrankung des behandelnden Arztes muss die Folgebescheinigung für die Erkrankung noch vor dem Ablauf der vorausgehenden AU-Bescheinigung ausgestellt werden. Tipp: Notfalls zu einem anderen Arzt (Vertretungsarzt) gehen.

Quellen und weitere Informationen zu dem Urteil finden Sie u.a. hier:

www.aerztezeitung.de: Krankengeld - Anspruch bei Arbeitsende in Gefahr

www.haufe.de: Krankengeldanspruch nach Beschäftigungsende - Folgebescheinigung zur Arbeitsunfähigkeit rechtzeitig besorgen

www.aerzteblatt.de: Stolperfalle beim Krankengeld nach gekuendigtem Arbeitsverhaeltnis