Darf mein Arbeitgeber meine Krankenkasse kontaktieren, wenn ich krankgeschrieben bin?

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Grundsätzlich darf Ihr Arbeitgeber zu Ihrer Krankenkasse Kontakt aufnehmen. Er hat jedoch kein Recht, Informationen zu Ihrer Erkrankung, Diagnose oder Behandlung einzuholen. Alle Informationen, die ihm zustehen, sind in der Krankschreibung enthalten.

Gleichzeitig kann Ihr Arbeitgeber jedoch Ihre Krankenkasse benachrichtigen, wenn er Sie verdächtigt, "krankzumachen".

Vor allem unter folgenden Bedingungen ist dies möglich:
a) der Arbeitnehmer ist auffällig oft nur für kurze Dauer arbeitsunfähig
b) der Beginn der Arbeitsunfähigkeit liegt entweder auf einem Montag oder Freitag
c) die Arbeitsunfähigkeit ist von einem Arzt festgestellt worden ist, der durch eine große Menge von ausgestellten Arbeitsunfähigkeits-Bescheinigungen auffällig geworden ist.

In solchen Verdachtsfällen gibt die Krankenkasse einen Auftrag an den Medizinischen Dienst, den Fall zu klären. Dieser sollte die betreffende krankgeschriebene Person dann zur persönlichen Begutachtung einladen. In der Praxis wird jedoch oft nur auf Basis von schriftlichen Unterlagen entschieden, was zumindest bei Krankengeldzahlung nicht mehr rechtens ist (siehe hier auch folgenden Beitrag: Krankengeldzahlung darf nicht ohne Begutachtung beendet werden ).

Quellen: Apotheken Umschau 02/14, impulse.de: Was bei Verdacht von Krankfeiern zu tun ist