Begriffsverwirrung: "Sonderbeitrag" und "Zusatzbeitrag"

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Manchmal können Begriffe enorm irritieren. Daher bieten wir hier eine Definitionsmöglichkeit, um die Verwirrung zu stoppen:

a) Sonderbeitrag
Dieser trat am 1. Juli 2005 in Kraft. Der allgemeine Beitragssatz in der gesetzlichen Krankenversicherung beträgt seitdem 15,5, Prozent. 7,3 Prozent muss der Arbeitnehmer bezahlen. Die Krankenkassenmitglieder müssen den Rest tragen, also (7,3 Prozent + 0,9 Prozent) 8,2 Prozent. Die zusätzlichen 0,9 Prozent wurden damals als Sonderbeitrag definiert.

Anders ausgedrückt: Die gesetzlichen Krankenversicherungen wurden seither nicht mehr mehr paritätisch von Arbeitnehmern und Arbeitgebern (bzw. von Rentnern und den gesetzlichen Rentenversicherungen) finanziert.

Ab dem 01.01.2015 wird dieser Sonderbeitrag wiederum verfallen. Gesetzlich Versicherte werden den Arbeitgebern wieder gleichgestellt. Der allgemeine Beitragssatz in der gesetzlichen Krankenversicherung wird von heute 15,5 Prozent auf künftig 14,6 Prozent gesenkt. Die Hälfte (7,3 Prozent) trägt der Arbeitgeber und die andere Hälfte (auch 7,3 Prozent) die Arbeitnehmer.
Darüber hinaus kann kein pauschaler Zusatzbeitrag von den Krankenkassen mehr erhoben werden.

b) Zusatzbeitrag

Während manche Kassen in den letzten Jahren mit pauschalen Zusatzbeiträgen bzw. auch mit Prämien gearbeitet haben, wird dies ab 2015 Vergangenheit sein. Ab nächsten Januar wird jede Gesetzliche Krankenkasse nur noch einen einkommensabhängigen Zusatzbeitrag erheben können.

Für die Mitglieder ergibt sich damit folgendes Zukunftsszenario:

- Wenn Ihre Krankenkasse mehr als 0,9 Prozent Zusatzbeitrag erhebt, stehen Sie finanziell schlechter als bisher.
- Legt Ihre Krankenkasse jedoch einen geringeren Zusatzbeitrag als 0,9 Prozent fest, sparen Sie monatlich an Beiträgen. Bitte rechnen Sie bei diesem Vergleich jedoch auch eventuell erhaltene Prämien mit ein, die ja wiederum indirekt auch in der Vergangenheit Ihre Beiträge verringerten (Sonderbeitrag - Prämie/12 = eigentlicher Beitrag).
- Bleibt Ihre Krankenkasse bei den 0,9 Prozent (die vorher als Sonderbeitrag bezeichnet wurden), dürfte sich für Sie nichts ändern.

Quellen:
Bundesministerium für Gesundheit: Finanzierungs- und Qualitätsgesetz/ Fragen und Antworten zum Gesetz