Pflegereform 2017: Pflegestufe wird zum Pflegegrad

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Die Pflegereform 2017 wird konkret. Denn ab November bis Jahresende erhalten Sie einen sogenannten Überleitungsbescheid zugeschickt. In diesem werden dann der neue Pflegegrad und auch die neuen Leistungsbeträge genannt.

Folgende Neuerungen sind zu erwarten und zu berücksichtigen
a) Neu in der Pflegereform wird sein, dass auch geistige und seelische Beeinträchtigungen (z.B. Demenz) bei der Beurteilung der Pflegestufe mitberücksichtigt werden müssen. Der Gutachter muss hier vor allem darauf achten, inwieweit die Selbständigkeit der/ des Erkrankten gefährdet ist und wo Unterstützung, Anwesenheit etc. unabdingbar ist.

b) Die bisherigen Pflegestufen 0, I, II und III werden durch fünf Pflegegrade abgelöst.

c) Konkret bedeutet dies: Wer bereits pflegebedürftig ist, bekommt automatisch einen Pflegegrad zugeteilt. Dieser wird anhand der bisherigen Pflegestufe berechnet.

Beispiele:
Pflegestufe I wird in den Pflegegrad 2 übergeleitet,
Pflegestufe II in den Pflegegrad 3 und
Pflegestufe III in den Pflegegrad 4.

d) Wichtig ist, dass Sie darauf achten, inwieweit berücksichtigt wurde, wie sehr die Alltagskompetenz der bzw. des zu Pflegenden eingeschränkt ist. Denn dann wird der Betroffene in der Regel einen Pflegegrad höher eingestuft.

Beispiel:
Pflegebedürftige der bisherigen Pflegestufe 0 erhalten z.B. ab 2017 Pflegegrad 2.

Auch finanziell wird sich einiges ändern

Für die verschiedenen Pflegegrade gibt es ab 2017 neue Leistungsbeträge.

Im Detail bedeutet das:

a) In der häuslichen Pflege werden sich die Pflegegeldbeträge und die Beträge für die Pflegesachleistung erhöhen.
b) In der stationären Pflege wiederum wird es für Heimbewohner in den Pflegegraden 2 bis 5 einen einheitlichen Eigenanteil bei den Heimkosten geben. Das bedeutet z.B., dass ein erhöhter Pflegegrad aufgrund einer erhöhten Pflegebedürftigkeit nicht automatisch mehr Kosten bedeutet!

Nicht so positiv für neu zu Pflegende ist folgende Änderung

In den Pflegegraden 2 und 3 werden die Leistungen in der stationären Pflege gesenkt. Dies betrifft jedoch nur zukünftige Pflegebedürftige!

Pflegebedürftige, die schon heute in einem Pflegeheim leben, können sich auf ihren Bestandsschutz berufen! Sie dürfen damit nicht schlechter als bisher gestellt werden! Wenn durch die Pflegereform 2017 ein höherer Eigenanteil errechnet werden würde, muss die Pflegekasse die Differenz bezahlen. Bitte achten Sie da genau auf den Überleitungsbescheid, inwieweit das auch wirklich berücksichtigt wurde.

Weitere Informationen wie z.B. zur Überprüfung des Bescheides und auch zum eventuellen Widerspruch folgen in diesem Blog!

Quelle: VDK-Zeitung November 2016:
http://www.vdk.de/deutschland/pages/presse/vdk-zeitung/71998/pflegebeduerftige_sollten_ihren_ueberleitungsbescheid_pruefen




1 Kommentare

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Hi, anbei noch ein link, wo inzwischen die Überleitung von Pflegestufe zu Pflegegrad auch gut grafisch dargestellt wird:

https://www.caritas.de/hilfeundberatung/ratgeber/alter/pflegeundbetreuung/statt-drei-pflegestufen-kuenftig-fuenf-pflegegrade

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